Die Verkehswende gelingt nur mit Standards

Bild: Thomas Wolter auf Pixabay 

Das Leben von uns allen unterscheidet sich. Und so unterschiedlich sind auch unsere Bedüfnisse in Bezug auf Mobilität. Wenn alternative Mobilitätsangebote wirklich eine echte Alterntive zum Auto werden sollen, dann muss deren Nutzung ebenso leicht sein.

Um meine Fahrt von Oldenburg nach Hamburg zu organisieren, möchte ich nicht FreeNow (früher MyTaxi), DB Navigator, HVV App, Stadtrad App, diverse Roller Apps und die Flixbus App konsultieren müssen. Was ich wil,l ist eine App die weiß, dass ich mal wieder von Oldenburg nach Hamburg muss und mir das beste Angebot aufgrund meiner bisherigen Präferenzen vorschlägt und sich um die Abrechnung kümmert. Ich will die besten Alternativen übersichtlich und freundlich angezeigt bekommen. Und das nicht nur als Privatperson.

Ich muss beruflich recht viel reisen. In jeder Stadt gibt es andere Anbieter. Bis man in Nürnberg ein Taxi gefunden hat, dass die Firmenkreditkarte akzeptiert, kann das dauern. Wie hieß gleich das Verkehrsunternehmen in München? Muss ich Bargeld holen oder kann ich die Straßenbahn in Dresden mit Karte zahlen? Für diesen eScooter installiere ich nun die 3. Scooter App. Ich muss auf dem Ding nachsehen, wie es heißt um die passende App zu finden. Ich denke, der Punkt ist klar.

Es muss mehr und viel bessere Broker geben, die sich mit den Mobilitätsbedürfnissen der Menschen befassen und ihnen die passenden Angebote machen. Angebote aus einem Mix ALLER Anbieter. Angebote für eine Ad-Hoc Fahrt aber auch ganzheitliche Angebote zum dauerhaften Umstieg incl eBike Leasing samt Packtaschen, Stadtrad Benutzung und Car Sharing.

Es gibt bereits unternehmen wie Moovel, die versuchen in die Richtung zu gehen. Das steht und fällt aber mit mühsamen Einzelverhandlungen und Schnittstellenentwicklung für jeden einzelnen Mobilitätsanbieter. Wir brauchen standardisierte digitale Schnittstellen, mit denen alle Mobilitätsangebote (Taxi, ÖPNV, Stadtrad, Mietwagen, Fernbusse etc) digital geplant, abgefragt, reserviert, gebucht und abgrechnet werden können. Mir fällt noch sehr viel mehr ein, wo es Standards geben muss, aber das ist erstmal der Grundstein.

Fazit

Da das viele Anbieter kein Interesse an Schnittstellen haben, die sie Vergleichbar machen und ihnen die alleinige Kontrolle über die Nutzer entziehen, hilft nur das: Die Schnittstellen müssen per Gesetz vorgeschrieben werden. Dafür braucht es Lobbyarbeit. Meine Frage: Wer kommt als Teil einer solchen Lobby in Frage?

Warum ist die Verkehrswende für mich ein Thema?
Am im Digtalen News Work Salon der Accererate Academy von Inga Höltmann hat Katja Diehl meinen Blick auf die Mobilitätswende grundlegend verändert. „Elektromobilität ist eine Antriebswende, keine Mobilitätswende„. Ich habe gelernt, dass eine Mobilitätswende weit über die Reduktion von Treibhausgas- und Feinstaubemissionen hinausgreift. Es geht auch darum, wie unser urbaner Raum aussehen soll und darum, welche Stellenwert und Einfluss Mobilität in unserem Leben haben sollte. Ich stehe hinter diesem Wunsch nach einer Verkehrswende und möchte durch mein Input einen Beitrag dazu leisten.





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